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Beobachter der sozialen Sicherheit 15
Afrika: Die wichtige Rolle der sozialen Sicherheit für das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele
Die positiven sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der sozialen Sicherheit werden zunehmend anerkannt
Photo: Gates Foundation
Immer mehr Erfolgsgeschichten aus Afrika veranschaulichen den positiven Beitrag der sozialen Sicherheit zur Entwicklung. Viele Länder haben die Deckung durch die soziale Sicherheit effektiv ausgeweitet und erbringen Leistungen, die dem Bedarf der Bevölkerung entsprechen. Sie sehen darin ein wirksames Instrument für Fortschritte auf dem Weg zum Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele in Bezug auf Armutsbekämpfung, Geschlechtergleichstellung und Gesundheit.

Wie das Internationale Arbeitsamt in einem neueren Bericht (1) darlegte, könnte durch die „Verwirklichung des allgemeinen Zugangs zu Altersrenten und Leistungen für Schulkinder sowie Waisen die Armut [in Afrika] um bis zu 40 Prozent verringert werden“. Und solche Geldleistungen bieten einen Mechanismus zur Steigerung des verfügbaren Einkommens zugunsten des lokalen Wirtschaftswachstums.


Millenniums-Entwicklungsziele

Alle Mitglieder der Vereinten Nationen haben sich vertraglich auf acht Millenniums-Entwicklungsziele verpflichtet. Die Ziele betreffen die Verringerung der Armut, die Geschlechtergleichstellung, die Krankheitsbekämpfung, Bildungsgarantien sowie ökologische Nachhaltigkeit, und ursprünglich sollten sie bis 2015 erreicht werden. Siehe <http://www.un.org/millenniumgoals/>.


Dies bestätigt die Rolle der sozialen Sicherheit als nicht nur ein reaktives Instrument, um auf festgestellten Bedarf einzugehen, sondern als ein proaktiver Mechanismus für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung.


In einer Reihe von Ländern wurde die Deckung erheblich ausgeweitet

Die Schwierigkeit besteht in vielen Ländern darin, bei begrenzten Ressourcen und unterentwickelter Infrastruktur ein System der sozialen Sicherheit einzurichten. In Mosambik, wo mehr als 50 Prozent der Bevölkerung als arm gelten, ist die Ausweitung der Deckung durch die soziale Sicherheit jetzt eine Priorität. Dies belegt unter anderem die Verabschiedung einer auf fünf Jahre angelegten Nationalen Strategie für grundlegende soziale Sicherheit im Jahr 2010. Bei bestimmten Programmen hat sich die Zahl der Leistungsempfänger in weniger als fünf Jahren verdoppelt, wobei zwei Drittel aller Leistungsempfänger Frauen sind. In Mosambik bewirken die Leistungen eine spürbare Verbesserung der Lebensumstände der Leistungsempfänger. Die Entwicklung in dem Land zeigt, dass ein wirksames Sozialschutzsystem aufgebaut werden kann, wenn effiziente operative und administrative Maßnahmen etabliert werden. Zu den sonstigen neueren Beispielen für die wirksame Ausweitung der Deckung zählen die folgenden:

- In Malawi verabschiedete das Parlament im März 2011 ein neues allgemeines Rentensystem, das allen abhängig Beschäftigten Deckung bieten und aus gemeinsamen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen finanziert werden wird. Das System sollte zu einer Verringerung der Altersarmut führen.

- Südafrika weitete zwischen 2000 und 2010 im Rahmen seines Systems für Kinderbeihilfen die Deckung auf zusätzliche 4 Millionen Leistungsempfänger aus. Dies liefert weitere Unterstützung für das Bildungssystem des Landes und das Erreichen der Ziele in Bezug auf die Verringerung der Kinderarmut.

- In Nigeria wurde im Dezember 2010 das Gesetz über ein reformiertes allgemeines Arbeitnehmerentschädigungssystem unterzeichnet. Dieses System bietet allen Beschäftigten des öffentlichen und des privaten Sektors (und ihren Hinterbliebenen) Einkommensersatz bei Verletzungen oder Invalidität (oder Tod) sowie Rehabilitation und Beratung nach einer Verletzung.

Wo Gesundheitssysteme formalisiert und die Deckung ausgeweitet wurde, wurden die Ausgaben für die Selbstbeteiligung der Patienten an den Gesundheitskosten, die für die Armen und Benachteiligten eine besonders schwere Belastung darstellen, beträchtlich verringert. Diese Ausgaben schaffen nicht nur Hürden für den Zugang zur Gesundheitsversorgung: Verzögerungen beim Zugang können auch Gesundheitsprobleme verschärfen und die späteren Behandlungskosten erhöhen. Die Formalisierung der Deckung durch einen Rahmen der sozialen Sicherheit hat zu einer starken Senkung der Ausgaben für die Selbstbeteiligung, einer Verbesserung der Gesundheitsergebnisse und einer Stärkung der Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften geführt. Beispielsweise bietet das ghanaische Nationale Krankenversicherungssystem zwei Dritteln der Bevölkerung Deckung und hat die Selbstbeteiligungskosten um etwa 50 Prozent gesenkt.


Die Ausweitung der Deckung ist kostenwirksam und verbessert die produktive Kapazität der Volkswirtschaft

Für viele afrikanische Länder würden sich nach Schätzungen der IAO die Kosten für das Vorhaben, die Altersrente und das Kindergeld so stark auszuweiten, dass die allgemeine Deckung erreicht wird, auf gerade einmal 3,5 Prozent des BIP belaufen.

Die Nettokosten könnten sogar noch darunter liegen: In einer Reihe von Studien wurde aufgezeigt, wie die Einführung oder die Ausweitung der Deckung mit positiven wirtschaftlichen Auswirkungen verbunden war. Die IAO stellte bei einer Überprüfung der Wirkung von Sozialtransfersystemen in 30 Ländern fest, dass in 40 Studien eine positive Verknüpfung zwischen der Einführung oder Ausweitung von Systemen und darauffolgender intensivierter unternehmerischer Aktivität nachgewiesen wurde.


Altersrente in Namibia

Nach Angaben der IAO hat Namibia zwischen 1994 und 2001 den Anteil der Bevölkerung, der eine Altersrente bezieht, von 48 Prozent auf 95 Prozent gesteigert. Dies verringerte die Altersarmut und hatte weitere positive Auswirkungen wie weniger geschlechterspezifische Ungleichheit sowie die Verbesserung des Status von Rentnern. Schätzungen zufolge werden 25 Prozent bis 50 Prozent des Ruhestandseinkommens in produktive Unternehmen investiert, was wirtschaftlichen Nutzen begünstigt. Die Leistung hat auch den Familienzusammenhalt verbessert und den Schulbesuch erleichtert, wodurch sich auch die Bildungsleistungen verbesserten.


Die Zukunft

Eine Reihe von Schwierigkeiten besteht fort. In einer Stichprobe von 25 von der IAO untersuchten afrikanischen Ländern erhalten weniger als 20 Prozent der älteren Bevölkerung eine Rente. Viele Länder auf dem Kontinent ergreifen jetzt jedoch innovative Maßnahmen, um die effektive und dauerhafte Deckung auszuweiten, und die jüngere Entwicklung zeigt, dass durch die kohärente Nutzung mehrerer Finanzierungsmechanismen die Deckung rasch ausgeweitet werden kann. Die Erklärung von Jaunde (siehe Kasten) enthält auch die Verpflichtung zur Verwirklichung eines sozialen Basisschutzes – das heißt eines Mindestumfangs an sozialer Sicherheit – in Afrika.


Der „soziale Basisschutz“

Im Oktober 2010 wurde die „Trilaterale Erklärung von Jaunde über die Verwirklichung des sozialen Basisschutzes“ verabschiedet. Darin wurde anerkannt, dass afrikanische Länder ihrer Bevölkerung einen Mindestumfang an Sozialschutz bieten müssen und dies für sie mit Vorteilen verbunden ist. Die Erklärung hatte großen Einfluss auf die 100. Internationale Arbeitskonferenz im Juni 2011. Die Internationale Arbeitskonferenz (IAK) 2011 stellte fest, dass auf der 101. IAK im Jahr 2012 ein zukunftsorientiertes neues Instrument in der Form einer IAO-Empfehlung mit weiteren Ausführungen zu diesem Thema erörtert werden sollte.


Die Etablierung einer wirksamen administrativen und operativen Struktur ist ein gemeinsames Merkmal jüngerer positiver Entwicklungen bei der Ausweitung der Deckung in Afrika. Die IVSS anerkennt dies und hat neben der Verbesserung der Angemessenheit und der Qualität von Leistungen, der Steigerung der operativen und administrativen Effizienz und Effektivität sowie der Unterstützung proaktiver und präventiver Ansätze zur sozialen Sicherheit die Ausweitung der Deckung als eine der vier Hauptprioritäten für die Arbeit der IVSS im Triennium von 2011 bis 2013 ausgewählt. Das IVSS-Projekt zur Ausweitung der Deckung umfasst die Veröffentlichung eines Handbuchs zur Ausweitung der Deckung mit Beispielen für gute Praxis und ein dazugehöriges Ausbildungsmodul für ihre Mitgliedsorganisationen.


(1) Siehe IAA, 2011: Success Africa III. Realising a New Era of Social Justice through Decent Work: Success Stories from Africa. Geneva, International Labour Office. <http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---africa/---ro-addis_ababa/documents/genericdocument/wcms_166733.pdf> (eingesehen am 14.12.2011). .

Preis der IVSS für gute Praxis in Afrika 2011: Verbesserung von Gesundheitsleistungen in der Vereinigten Republik Tansania
Strategische Verbesserungen der Landeskrankenversicherungskasse zur Ausweitung der Deckung durch auf unentbehrliche Gesundheitsleistungen auf einen größeren Teil der Bevölkerung
HIV/AIDS counsellor takes blood from a client. Photo: Geoff Sayer/Oxfam
Die Gesundheitspolitik und der Zugang zu erschwinglicher und tragfähiger Gesundheitsversorgung hoher Qualität stehen auf den sozialpolitischen Agenden Afrikas weit oben. In der Erklärung von Abuja verpflichteten sich die afrikanischen Staatsoberhäupter 2001, 15 Prozent der Haushaltsmittel für den Gesundheitssektor bereitzustellen. Diese Verpflichtung wurde auf der Tagung der Afrikanischen Union in Kampala im Juli 2010 bekräftigt.

Dass dringend gehandelt werden muss, ist unbestritten, und die Notwendigkeit wächst. Die Krankheitslast aufgrund übertragbarer Krankheiten ist in afrikanischen Ländern größer als anderswo, und die WHO prognostiziert für die Region einen Anstieg der nichtübertragbaren Krankheiten um 27 Prozent in den nächsten zehn Jahren.

Nach Angaben der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen wuchs die Weltbevölkerung in diesem Jahr auf 7 Milliarden Menschen, von denen 1 Milliarde in Afrika leben; diese Zahl wird bis zum Jahr 2100 auf 3,6 Milliarden steigen. Trotz dieser aussagekräftigen Statistiken und des Umstands, dass hohe obligatorische Kostenbeteiligungen Millionen afrikanischer Haushalte finanziell stark belasten, wurden auf dem Weg zum Erreichen des von der Weltgesundheitsversammlung 2005 beschlossenen Ziels der allgemeinen Krankenversicherung nur geringe Fortschritte erzielt.

Vor diesem Hintergrund gründete die Regierung der Vereinigten Republik Tansania 2001 die Landeskrankenversicherungskasse (NHIF), die Gesundheitsleistungen für Beschäftigte im formellen Sektor bieten sollte. Ursprünglich war die Deckung auf Staatsbedienstete (sowie deren Ehepartner und bis zu vier unterhaltsberechtigte Angehörige) beschränkt. Gleichwohl wurde von Anfang an die Absicht verfolgt, die Deckung auf andere Beschäftigte im formellen Sektor auszuweiten.

Anfänglich wurden nur staatliche Gesundheitseinrichtungen zugelassen. Um die Auswahlmöglichkeiten zu vergrößern und den Wettbewerb zu intensiveren, ließ die NHIF ab 2004 jedoch auch von Glaubensgemeinschaften und nichtstaatlichen Organisationen betriebene sowie private Gesundheitseinrichtungen zu. Die Kasse begann mit einem Paket grundlegender medizinischer Leistungen und führte im Lauf der Jahre vier wichtige strategische Verbesserungen ein: Spezialchirurgie, Physiotherapie, zahnmedizinische Versorgung sowie Arzneimittel, Brillen und Prothesen. Außerdem wurde das Angebot auf Leistungen für Pensionierte ausgeweitet.


Verbesserungen der Krankenversicherungsergebnisse

Leistungsempfänger des Krankenversicherungssystems haben bei Versichertenversammlungen anerkannt, dass der Leistungsumfang jetzt besser ihren Erwartungen entspricht. Größere Zufriedenheit mit den erbrachten Leistungen und Dienstleistungen hat dazu beigetragen, die Zahl der Mitglieder steigen zu lassen, was wiederum den Umfang der Mittel vergrößert hat, die für die Bezahlung von Leistungserbringern zur Verfügung stehen.

In fünf Jahren ist der Umfang der bewilligten Leistungsansprüche von 8,2 Milliarden tansanischen Shilling im Zweijahreszeitraum 2006/2007 auf 40 Milliarden tansanische Shilling im Zweijahreszeitraum 2010/2011 gestiegen, das heißt um fast das Fünffache. Höhere Zahlungen an Anbieter im Gesundheitswesen für Leistungen, die für Mitglieder des Systems erbracht wurden, haben dazu beigetragen, dass diese finanziell in der Lage waren, die physische Infrastruktur medizinischer Einrichtungen zu verbessern.

Für die Mitglieder des Systems ist das Spektrum der Leistungsanbieter jetzt größer und umfasst Polikliniken, Versorgungszentren, Apotheken, staatlich zugelassene Arzneimittelausgabestellen (ADDO) sowie Bezirkskrankenhäuser und regionale Krankenhäuser. Mitglieder des Systems haben aber nicht nur mehr Auswahlmöglichkeiten, was die Art von medizinischen Einrichtungen betrifft, die sie in Anspruch nehmen können, sondern in ländlichen Gebieten auch leichteren Zugang zu ausgewählten grundlegenden Arzneimitteln und anderen medizinischen Bedarfsartikeln, die von ADDO ausgegeben werden. In Verbindung mit den Verbesserungen, die mit Hilfe der NHIF-Zahlungen an der physischen Infrastruktur und Ausstattung medizinischer Einrichtungen vorgenommen wurden, haben diese Faktoren dazu beigetragen, die Zufriedenheit sowohl mit den Einrichtungen als auch mit dem gebotenen Umfang an medizinischen Leistungen zu steigern. Dies führte wiederum zu einer höheren Mitgliederzahl, sodass ein positiver Kreislauf schrittweiser Verbesserung entstanden ist.

Auf das NHIF-System entfallen mittlerweile 20 Prozent der Nationalen Gesundheitskonten der Vereinigten Republik Tansania gegenüber nur 5 Prozent im Jahr 2003. Die erfolgreiche Einführung des NHIF-Systems hatte zur Folge, dass der NHIF 2009 die Verantwortung für die Verwaltung der lokalen Gesundheitsfonds (CHF) übertragen wurde, vor allem durch die Aufsicht über die CHF und ihre Kontrolle. Auf der Grundlage der Nationalen Volkszählung von 2002 verfügen jetzt 15,2 Prozent der Tansanier über Deckung durch die NHIF (7,9 Prozent über die CHF und 7,3 Prozent unmittelbar über die Landeskasse).


Ausschlaggebende Faktoren für den Erfolg

Die Einführung schrittweiser Verbesserungen beim Umfang medizinischer Leistungen und die höhere Zahl der staatlich zugelassenen Gesundheitseinrichtungen waren wichtige Faktoren für den erzielten Erfolg. Indem ein gradueller Ansatz verfolgt wurde, konnte sichergestellt werden, dass die Kosten für die Verbesserungen die verfügbaren Mittel nicht überschritten und dass das System langfristig tragfähig ist. Durch den Stufenansatz wurde auch vermieden, bei den Mitgliedern des Systems unrealistische Erwartungen zu wecken. Er trug zudem dazu bei, die Arbeitsmoral des Personals in medizinischen Einrichtungen hoch zu halten, weil es nicht durch die Nachfrage überfordert ist und Veränderungen besser bewältigen kann.


Die Bedeutung „guter Praxis“

Wenngleich sich die nationalen Kontexte stark unterscheiden und die Triebkräfte für Entscheidungen über die Programmdurchführung vielfältig und komplex sein können, bietet der Austausch von Informationen über „gute Praxis“ Chancen, etwas über konkrete Lösungen zu gemeinsamen Problemen zu erfahren.

Die Sammlung und Verbreitung von Beispielen für gute Praxis ermöglicht denjenigen, die mit der Verwaltung der sozialen Sicherheit befasst sind, eine Kultur des Austauschs darüber zu etablieren, „was funktioniert“, und zu verstehen, „warum es wie und unter welchen Bedingungen funktioniert“.

Die IVSS bemüht sich, ihren Mitgliedsorganisationen besseren Zugang zu Wissen über die Erfahrungen anderer Akteure zu eröffnen. Die Mitgliedsorganisationen sollen auf diese Weise in die Lage versetzt werden, leichter fundierte Entscheidungen in Bezug auf die Möglichkeiten zu treffen, die ihnen für die Einführung und den Betrieb von Programmen zur Verfügung stehen, die für ihre konkreten Umstände geeignet sind.


Der IVSS-Preis für gute Praxis in Afrika 2011 wurde im Dezember 2011 an die Landeskrankenversicherungskasse (NHIF) der Vereinigten Republik Tansania verliehen. Die IVSS würdigte damit die Bemühungen der NHIF zur Verbesserung und Ausweitung von Gesundheitsleistungen in dem Land.

Broschüre: ISSA Good Practice Awards – Africa 2011: Competition results >> (Verfügbar auf englisch und französisch)


Datenbank der IVSS „Gute Praxis in der sozialen Sicherheit“

Die IVSS definiert gute Praxis als jegliche Form von Erfahrungen (z.B. Maßnahmen, Handlungen, Verfahren, Programme, Projekte oder Technologien), die eine Organisation der sozialen Sicherheit umgesetzt hat, um die Verbesserung ihrer administrativen und operationellen Kapazitäten und/oder die effiziente und effektive Ausführung ihrer Programme zu fördern.

IVSS-Datenbank „Gute Praxis in der sozialen Sicherheit“ >>

Reformen der sozialen Sicherheit
aus Äthiopien, Australien, Chile, der Volksrepublik China, Griechenland, Italien, Japan, Peru, Ruanda, der Russischen Föderation und Spanien
Reforms
Die Beobachtungsstelle der sozialen Sicherheit der IVSS hat eine Auswahl kürzlich durchgeführter Reformen von Systemen des Sozialschutzes zusammengestellt. Der Artikel enthält Hyperlinks zu einer vollständingen Beschreibung der Reformen in den IVSS-Länderprofilen.


Äthiopien: Ausweitung des Sozialversicherungsprogramms auf Arbeitnehmer des privaten Sektors

(Quelle: SSA) Am 8. Juli traten neue Rechtsvorschriften in Kraft, die die Deckung durch das äthiopische umlagefinanzierte, verdienstbezogene Sozialversicherungsprogramm auf Arbeitnehmer des privaten Sektors ausweiten.

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IVSS-Länderprofil: Äthiopien >>


Australien: Leistungen für Altersrentenempfänger und ältere Arbeitnehmer

Der australische Bundeshaushalt für das Geschäftsjahr 2011-12 sah kaum wesentliche Änderungen in Bezug auf die Betriebsrenten vor, dies trotz der bevorstehenden Änderungen im Betriebsrentensystem (Superannuation), die im nächsten Jahr in Kraft treten sollen. Hingegen gab es einige wichtige Änderungen für Rentenempfänger und ältere Arbeitnehmende.

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IVSS-Länderprofil: Australien >>


Chile: Maßnahmen zugunsten von Rentnern mit niedrigem Einkommen und Mittelklasserentnern

(Quelle: SSA) Durch ein am 28. August verabschiedetes Gesetz wird für Rentner, die Leistungen wegen Bedürftigkeit erhalten, der Krankenkassenbeitrag abgeschafft und der Beitrag für Mittelklasserentner gesenkt.

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IVSS-Länderprofil: Chile >>


Volksrepublik China: Auf dem Weg zur Integration des Systems der sozialen Sicherheit

(Quelle: SSA) Das am 1. Juli in Kraft getretene Sozialversicherungsgesetz bildet die Grundlage für ein nationales vereinheitlichtes System der sozialen Sicherheit und soll die Arbeitnehmermobilität in China verbessern. Das neue Gesetz enthält wichtige Bestimmungen, die es Arbeitnehmern ermöglichen, erworbene Ansprüche von einem Programm zu einem anderen zu übertragen. Außerdem bietet es Deckung für ausländische Arbeitnehmer und weitet die Deckung auf neue Segmente der Stadt- und Landbevölkerung aus.

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IVSS-Länderprofil: Volksrepublik China >>


Griechenland: Sparmaßnahmen

(Quelle: SSA) Ende Juni 2011 beschloss Griechenland Veränderungen der sozialen Sicherheit als Teil eines auf 5 Jahre angelegten Sparprogramms zur Sicherung von Krediten im Umfang von EUR 12 Milliarden (USD 17 Milliarden) zur Deckung der Schuldverpflichtungen des Landes bis August 2011.

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IVSS-Länderprofil: Griechenland >>


Italien: Sparmaßnahmen umfassen Veränderungen bei den Renten

(Quelle: SSA) Am 14. September verabschiedete das italienische Parlament als Teil eines Sparprogramms mit einem Volumen von EUR 54 Milliarden (USD 73 Milliarden), das das Vertrauen von Investoren in die Kreditwürdigkeit des Landes wiederherstellen soll, auch Veränderungen bei den Renten.

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IVSS-Länderprofil: Italien >>


Japan: Überarbeitung freiwilliger Rentenversicherungen mit festgelegten Beiträgen

(Quelle: SSA) Das japanische Parlament verabschiedete im August das Gesetz zur Verbesserung der Rentensicherheit. Das neue Gesetz, das am 1. Januar 2012 in Kraft treten wird, stellt die weitreichendste Veränderung der freiwilligen Rentenversicherungen mit festgelegten Beiträgen des Landes seit deren Einführung im Jahr 2001 dar.

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IVSS-Länderprofil: Japan >>


Peru: Neues Programm zur Bekämpfung der Altersarmut

(Quelle: SSA) Am 13. September verabschiedete das Kabinett von Präsident Humala ein neues Programm mit Bedürftigkeitsabklärung für Ältere mit der Bezeichnung Pensión 65, das ab Ende 2011 stufenweise eingeführt werden soll. Regierungsvertretern zufolge wird das Programm in fünf der ärmsten Regionen des Landes begonnen und bis 2013 schrittweise auf den Rest des Landes ausgeweitet.

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IVSS-Länderprofil: Peru >>


Ruanda: Krankenversicherungsschutz für Rentner

Zum 1. September 2011 weitete das Amt für soziale Sicherheit Ruandas (Rwanda Social Security Board (RSSB)) über die Krankenversicherung von Ruanda (La Rwandaise d'assurance maladie (RAMA)) den Krankenversicherungsschutz auf Rentner aus. Dieser Schritt folgte im Kielwasser der Fusion der früheren Kasse für soziale Sicherheit von Ruanda (Caisse sociale du Rwanda (CSR)) mit der RAMA zum RSSB.

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Russische Föderation: Reform des Gesundheitsschutzes

Nach einer breiten öffentlichen Diskussion mit Interessenvertretern aus der Krankenversicherung, Ärzteschaft, Pharmavereinigung, Experten und Nichtregierungsorganisationen (NROs) wurde der Gesetzesentwurf zum Schutz der öffentlichen Gesundheit in erster Lesung von der Duma (Unterhaus des russischen Parlaments) verabschiedet.

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Spanien: Neues Gesetz über soziale Sicherheit

(Quelle: SSA) Mit dem am 1. August in Kraft getretenen neuen spanischen Gesetz für soziale Sicherheit werden das Rentenalter sowie die Zahl der erforderlichen Rentenjahre für den Bezug einer Rente angehoben und die Anreize für Arbeitnehmer vergrößert, nach dem Erreichen des Rentenalters in der Erwerbsbevölkerung zu bleiben.

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Mehr Reformen auf: www.issa.int/reforms

Regionalforum für soziale Sicherheit in Afrika 2011
Das Regionalforum für soziale Sicherheit in Afrika fand vom 5. bis 7. Dezember 2011 in Arusha, Vereinigte Republik von Tansania, statt
RSSF Africa
Neuerungen und Fortschritte in der sozialen Sicherheit, welche die Ausdehnung der Deckung auf Millionen von Afrikanern erlauben, standen im Mittelpunkt des Regionalforums für soziale Sicherheit in Afrika.

Nachrichten, Photos, Videos und Dokumente vom Forum sind auf die IVSS-Website verfügbar: www.issa.int/rssf-africa11.

Afrika: Eine neues Gleichgewicht für die soziale Sicherheit
Neuer Bericht der IVSS - Entwicklungen und Trends bei der sozialen Sicherheit in Afrika
Cover page
Der Bericht "Africa: A new balance for social security" (Afrika: Eine neues Gleichgewicht für die soziale Sicherheit) analysiert wichtige neuere Entwicklungen und Trends bei der sozialen Sicherheit auf dem gesamten Kontinent. Er beschreibt Beispiele und gute Praxis von Programmen der sozialen Sicherheit, die erfolgreich die Deckung ausgeweitet haben, auch auf Arbeitnehmer, Ältere und Familien, die zuvor ohne Schutz waren.

Der Bericht geht auch auf die afrikanischen Dimensionen eines sich abzeichnenden globalen Trends ein – eines „neuen Gleichgewichts“, für das die Systeme der sozialen Sicherheit proaktiven und präventiven Ansätzen größere Bedeutung beimessen. Ziel dieser Ansätze ist die Unterstützung von Verbesserungen bei der Qualität und Angemessenheit von Leistungen und Dienstleistungen sowie bei Governance und Verwaltung.




Weil der Grad der Deckung durch die soziale Sicherheit auf dem Kontinent jedoch häufig zu gering ist, merkt der Bericht an, dass die Ausweitung der Deckung die wichtigste sozialpolitische Aufgabe in Afrika bleibt.

Trotz zahlreicher Probleme wie verbreiteter informeller Beschäftigung, unzureichender sozialer Infrastruktur und einer hohen Krankheitslast durch Infektions- und chronische Krankheiten geben die Schlussfolgerungen des Berichts Anlass für Optimismus in Bezug auf die stärkere Entwicklung der sozialen Sicherheit in Afrika.

Verfügbar auf Englisch und Französisch


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Africa: A new balance for social security

www.issa.int/dt >>

Afrika: Eine rasche Ausweitung der Deckung ist möglich
Neue Publikation der IVSS: Sozialpolitik im Brennpunkt 21
Titelblatt
Die Bewertung der jüngsten Entwicklungen und Trends der sozialen Sicherheit in Afrika fällt insgesamt positiv aus und gibt Anlass zu Optimismus. Neben der zunehmend wichtigeren Rolle von proaktiven und präventiven Ansätzen wurden in vielen Ländern bei der Ausweitung der Deckung, der Verbesserung von Angemessenheit und Qualität der Leistungen und Dienste sowie der höheren Effizienz und Wirksamkeit von Verwaltungen der sozialen Sicherheit signifikante Fortschritte erzielt.

Erhältlich in deutscher, arabischer, chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Sprache.


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Afrika: Eine rasche Ausweitung der Deckung ist möglich (Sozialpolitik im Brennpunkt 21)

www.issa.int/sph

Soziale Grundsicherung für eine faire und einbeziehende Globalisierung
Neue Veröffentlichung der Internationalen Arbeitsorganisation
Publication cover: Social Protection Floor for a Fair and Inclusive Globalization
Der Bericht "Social Protection Floor for a Fair and Inclusive Globalization", der unter Leitung von Frau Michelle Bachelet und den Mitgliedern der von der IAO einberufenen Beratergruppe für die soziale Grundsicherung (Advisory Group on the Social Protection Floor) erstellt wurde, zeigt, dass die Ausdehnung des Sozialschutzes auf der Grundlage einer sozialen Grundsicherung eine zentrale Rolle im Kampf gegen Armut und Not spielen kann. Zudem kann sie Menschen dabei helfen, ihren Ausbildungsstand anzupassen und so die Hindernisse zu überwinden, die einer vollen Teilnahme am sich wandelnden wirtschaftlichen und sozialen Leben entgegenstehen, was wiederum zur besseren Entwicklung des Humankapitals beiträgt und produktive Aktivitäten fördert.

Der Bericht verdeutlicht auch, wie der Sozialschutz die Gesamtnachfrage in Krisenzeiten stabilisieren und die Widerstandskraft gegen wirtschaftliche Schocks steigern kann, was letztlich die wirtschaftliche Erholung beschleunigt und zu einem stärker integrierenden und nachhaltigeren Entwicklungsprozess führt.

Auf Englisch verfügbar. Eine französische und eine spanische Version sind in Vorbereitung.


Mehr Information und Download (Link auf externe Website):

Social Protection Floor for a Fair and Inclusive Globalization

www.ilo.org/global/publications/ilo-bookstore/order-online/books/WCMS_165750/lang--en/index.htm

Wichtige Veranstaltungen der IVSS im Jahr 2011
2012 organisiert die IVSS u.a. folgende Tagungen:
ISSA flag
13. Internationale Konferenz über Informations- und Kommunikationstechnologie in der sozialen Sicherheit
17.04.2012 - 20.04.2012 | Brasilia, Brasilien

17. Internationale Konferenz der Versicherungsmathematiker und Statistiker der sozialen Sicherheit
30.05.2012 - 01.06.2012 | Berlin, Deutschland

Regionales Forum für soziale Sicherheit für Asien und den Pazifik
30.10.2012 - 01.11.2012 | Seoul, Republik Korea


Mehr Information und weitere von
der IVSS organisierte Veranstaltungen >>

Andere Veranstaltungen zur sozialen Sicherheit >>

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